Casual Friday: Wie mir jüngst ein Aktenordner zulief

Geheime Aufnahme aus dem DocuWare-Büro: Durch externe Produktinformationen oder Seminarbesuche eingeschleppte Ordner finden hier keine neue Aufgabe mehr.

Geheime Aufnahme aus dem DocuWare-Büro: Durch externe Produktinformationen oder Seminarbesuche eingeschleppte Ordner finden hier keine neue Aufgabe mehr.

Neulich besuchte ich ein Seminar und traute meinen Augen nicht: An meinem Platz erwartete mich wahrhaftig ein Aktenordner mit rund 500 Blatt Papier. Erst wollte ich es nicht glauben, aber es waren Ausdrucke der PowerPoint-Folien, die uns an dem Tag gezeigt werden sollten.

„Den Ordner lasse ich hier“, dachte ich. „Warum soll ich mein Gepäck damit beschweren? Die Dokumente werden sicher auch in elektronischer Form zugänglich gemacht.“ Der Veranstalter bestätigte mir dies, man wolle den Teilnehmern mit den Printouts lediglich ermöglichen, sich Notizen zu einzelnen Programmteilen zu machen.

Ich wandte mich also den Vorträgen zu, die trotz der hohen Folienanzahl exzellent waren. Auf einem Block schrieb ich mir ein paar Punkte mit und ließ den Ordner links liegen. Gegen Ende der Schulung ertappte ich mich jedoch dabei, wie ich ihn durchblätterte. „Das Papier ist nur einseitig bedruckt“, ging es mir durch den Kopf. Ich sah mich kurz um und wuchtete das gute Stück in meine Tasche.

Zu Hause in Germering präsentierte ich meiner Frau stolz, wie man mit geringem Aufwand Druckerpapier organisiert: Man fliegt nach Berlin zu einem Seminar und trägt es von dort heimwärts. Der Printer in unserem Haushalt kann nämlich nur einseitig drucken und unser Schmierpapier-Vorrat ging zur Neige.

Den Aktenordner händigte ich meiner Frau unter der strengen Auflage aus, ihn einem wohltätigen Zweck zuzuführen. Schließlich leite ich mit DocuWare ein Unternehmen, das sich der elektronischen Ablage verschrieben hat und in dem das Führen von Papierordnern unangenehme Konsequenzen zeitigen kann.

Meine Frau lächelte nur.

Ich werde wohl nie erfahren, ob das schwarze Leitz-Teil nicht doch Asyl in einem geheimen Winkel unseres Hauses gefunden hat.

About Jürgen Biffar

President DocuWare Group, Jürgen Biffar hat das Unternehmen 1988 gegründet
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Kommentare
  • telefreizeit 13. September 2011 at 07:44

    Wo Sie es ansprechen: Am ersten Tag der DocuWare-Schulung in Germering habe ich bereits 30 Blatt Schmierpapier und einen Kugelschreiber bekommen. Dankeschön! (Zudem eine Mappe mit Ausdrucken der PowerPoint-Folien, allerdings beidseitig.)

    • Christoph Sahner 15. September 2011 at 11:53

      Erwischt :-) Nein, im Ernst: Natürlich gibt es Erwartungshaltungen von Kunden/Partnern/Schulungsteilnehmern, auf die wir gerne eingehen. Aber in unserem Unternehmen selbst wollen wir schon unsere Ideale und Ideen leben.